Fakten in den Zeiten von „Fake News“

Im politischen Diskurs – sei es öffentlich oder im privaten Gespräch – geht es oft um gefühlte Wahrheiten. Es ist nicht neu, dass Gerüchte in der Diskussion eine große Rolle spielen. Durch die neuen Medien haben sich aber die Möglichkeiten für ihre Verbreitung vergrößert. Und wenn man eine Aussage oft genug hört, dann steigt die Bereitschaft sie zu glauben (sie ist ja bestätigt, da man sie von verschiedenen Seiten gehört hat). Die Überprüfung des Wahrheitsgehalts bleibt dabei oft auf der Strecke.

Jonas Lanig hat ein Buch geschrieben in dem er versucht der Flut an Information (und Missinformation) etwas entgegenzusetzen: Eine solide Überprüfung. Unter dem Titel „50 Vorurteile in der Flüchtlingskrise auf dem Prüfstand“ ist es erschienen und versucht in eine besonders überhitzte Diskussion Fakten einzubringen. Beim Treffen unseres Ortsvereins im September stellt er sein Buch und einige der Erkenntnisse daraus vor.

Mit Hilfe der tatsächlichen Zahlen (angefangen bei denen des statistischen Bundesamts bis hin zu denen der OECD) oder einfach dem, was tatsächlich in den Texten von Gesetzen und Verordnungen steht, analysiert er  was wirklich hinter vielen Gerüchten steht, die tagtäglich kursieren. Ein genauer Blick in die Gesetze entlarvt viele der gegen Flüchtlinge gerichteten Behauptungen schnell als abstruse Lügengeschichten und auch die tatsächlichen Zahlen sprechen oft eine ganz andere Sprache als das was sich oft rasend schnell über soziale Netzwerke verbreitet.

Den überdrehten Behauptungen – nicht nur, aber vor allem auch in der Flüchtlingsthematik – fundierte Informationen entgegenzusetzen ist eine Aufgabe, die uns alle angeht.